Eine Buchempfehlung – ausnahmsweise als Artikel – Friederike Beck: Das Guttenberg-Dossier. Das Wirken transatlantischer Netzwerke …
„Das Guttenberg-Dossier“ von Friederike Beck
erschienen im zeitgeist-Verlag
In der JF erschien kürzlich eine Besprechung dieses Buches, die bereits erkennen ließ, daß es sich hierbei um ein unbedingt lesenswertes Werk handelt.
In der Tat ist diese Annahme in vollem Umfange berechtigt. Der Titel lässt nicht auf den brisanten Inhalt schließen, Allenfalls der Untertitel läßt dies vermuten: „Das Wirken transatlantischer Netzwerke und ihre Einflussnahme auf deutsche Eliten“.
Denn darum geht es in diesem Buche, die Person zu Guttenberg spielt nur eine Nebenrolle, wenn sie auch beispielhaft ist für das, was hier geschildert und mit zahlreichen Quellenangaben belegt wird.
Es geht um nicht mehr und nicht weniger, als um die totale Einflussnahme eben der im Untertitel erwähnten Netzwerke. Die aufgezeigten Verknüpfungen, Personalien und die hinter diesen Institutionen stehenden Finanzquellen sind überaus erhellend und zugleich erschreckend.
Bei der Lektüre des Buches neigt man dazu, Anstreichungen vorzunehmen, und zwar von allem, was dem Leser bemerkenswert erscheint. Doch dieses Vorhaben gibt man schnell auf, denn es wäre eine schwere Entscheidung herauszufinden, was nicht anstreichens- oder zitierenswert wäre.
Die Verfasserin hat vielfältige Quellen studiert und angeführt, so daß sich der interessierte Leser weitere Informationen holen kann.
Wenn man dieses Buch gelesen hat, bleibt in erster Linie ein tiefes Erschrecken darüber, wie bei uns Politik gemacht wird, wer wirklich entscheidet, wessen Interessen maßgeblich sind.
In zweiter Linie macht sich eine tiefe Resignation breit bei all denen, die im guten Glauben sind, politisch und auf demokratischem Wege etwas bewirken zu können.
Hier einige Zitate:
„Eine große Anzahl Menschen fragt sich, warum so vieles schief läuft und in immer mehr Bereichen so gar nicht dem Wohle des Landes dient. Für diejenigen, die besonders bemüht sind, etwas zu ändern, potenzielle alternative Eliten also, hält unser System eine schöne Beschäftigung bereit: die Parteigründung. Parteigründer bringen viel Idealismus ein, übersehen aber in der Regel, dass sie nicht über ausreichend gefestigte Netzwerke und entsprechende finanzielle Ressourcen verfügen, um in Konkurrenz zu den bestehenden, üppig ausgestatteten Netzwerken treten zu können.“
Und weiter:
„Daher sollten sich potenzielle alternative Eliten schleunigst an das griffige Denken und Ausformulieren sinnvoller Konzepte begeben und sich nachfolgend unermüdlich gegenseitig zitieren, verlinken, vernetzen. Auch auf Denkfabriken, Akademien und Stiftungen gibt es kein Monopol…. Dabei müssen die Dinge konsequent im Grundsätzlichen gehalten und der gemeinsame Nenner immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden.“
Einige weitere Erkenntnisse lassen sich aus dem Buch gewinnen, die zwar nicht besonders neu sein mögen, hier jedoch klar formuliert werden. So z.B. die möglicherweise bislang nur geahnte Tatsache, daß die ganze (alternativlose) Globalisierung ausschließlich der Verfestigung US-amerikanischer Hegemonie dient. Genauso wie die Finanzkrise, die zur Aufgabe nationalstaatlicher Souveränität und zur Übertragung aller relevanten Befugnisse an eine zunehmend anonymer agierenden EU-Bürokratie herbeigeführt wurde. Auch die Ursprünge des „Europa-Gedankens“ erfahren hier eine Aufklärung.
So ließe sich noch viel sagen und zitieren, doch wäre das meisten davon aus dem Zusammenhang gerissen und nicht derart aufschlussreich, wie es nur die aufmerksame Lektüre des ganzen Buches sein kann.
Es sei allen, die sich für Politik und ihre Hintergründe interessieren, dringend ans Herz gelegt.
Bestellt werden kann das Buch über www.zeitgeist-online.de
oder über den JF-Buchdienst.

Auf Freiheit folgt nun Sicherheit. So könnte man die immer willkürlicher werdende Entwicklung im zentralistischen Europa nennen. Der von Brüssel geführte Überwachungsapparat scheint sogar die Prognosen von George Orwells Werk 1984 in den Schatten zu stellen. Dass die souveränen Rechte der Länder im EU-Staatenbund von Tag zu Tag schneller und offener beschnitten werden, sollte mittlerweile allen kritischen Bürgern klar sein. Eine der tiefsten Einschnitte in die nationalen Unabhängigkeiten ist jedoch von der Bevölkerung weitestgehend unbemerkt geblieben.




